Beta-Carotin

Beta-Carotin für die Augen. Überblick über Augenvitamine und Auswirkungen für die Sehkraft und Sehschärfe!

Carotinoide sind eine Klasse natürlicher Pflanzenfarbstoffe, die für die intensive gelbe, orangefarbene oder rötliche Färbung zahlreicher Obst- und Gemüsesorten oder Nahrungsmittel verantwortlich sind. Derzeit sind 800 verschiedene Carotinoide bekannt. Rund 50 von ihnen besitzen die Eigenschaft, sich im menschlichen Körper in Retinol beziehungsweise Vitamin A umzuwandeln. Da sie somit die Vorstufe des essenziellen A-Vitamins darstellen, werden sie auch als Provitamin-A-Carotinoide bezeichnet.

Von allen 50 Provitamin-A-Carotinoiden ist Betacarotin mit Hinblick auf sein mengenmäßiges Vorkommen und seine Bedeutung für den menschlichen Organismus das wichtigste dieser Carotinoide. Zudem ist Betacarotin nicht allein als Vorstufe des A-Vitamins unverzichtbar, es erfüllt wichtige organische Funktionen auch als eigenständiger Mikronährstoff.

Betacarotin: Entstehung, Tagesbedarf und Besonderheiten bei der Aufnahme

Die Umwandlung von Betacarotin zu Vitamin A erfolgt unter Einfluss von Enzymen in der Schleimhaut des Dünndarms. Um den Umwandlungsprozess ablaufen zu lassen, wird zudem die Mithilfe des Spurenelementes Zink benötigt.

Für den Tagesbedarf an Betacarotin gibt es keine verbindlichen Empfehlungen. Als günstig hat sich eine Zufuhr von

  • 0,4 bis 1 Milligramm für Kinder und Jugendliche sowie von
  • 1,1 bis 2 Milligramm für Erwachsene erwiesen.

Grundsätzlich sollte Vitamin A nicht überdosiert werden, da der Körper dieses speichert. Auf diese Weise kann sich der Vitamin-A-Gehalt derart erhöhen, dass ernsthafte Nebenwirkungen die Folge sind. Dies gilt allerdings nicht für Betacarotin, denn der Körper wandelt nur so viel davon in Vitamin A um, wie er tatsächlich benötigt.

Auswirkungen von Betacarotin auf das Auge

Die menschliche Netzhaut besteht aus Millionen Zellen, die es uns ermöglichen, Licht, Farben und Umwelt zu erkennen. Der Prozess des Sehens stellt eine blitzschnelle Kettenreaktion dar, bei der Impulse mithilfe spezieller Moleküle an das Gehirn weitergeleitet und dort zu Bildern verarbeitet werden. Ohne Vitamin A beziehungsweise Betacarotin allerdings wäre dieser Vorgang nicht möglich, denn Betacarotin ist maßgeblich an der Bildung des sogenannten Sehpurpurs beteiligt.

Sehpurpur, auch Rhodopsin genannt, ist ein rotes Sehpigment der Netzhaut. Im Auge des Menschen kommt es in den Netzhaut-Stäbchen vor, wo es für das Hell-Dunkel-Sehen verantwortlich ist. Betacarotin ist somit essenziell am Sehvorgang beteiligt, indem es die Hell-Dunkel-Anpassung der Netzhaut unterstützt und so das Sehen in Dämmerung und Dunkelheit ermöglicht. Fehlt dem Körper Betacarotin oder das zu seiner Entstehung benötigte Zink, so kann dies zu Sehstörungen und Nachtblindheit führen.

Wie Studien belegen, schützt Betacarotin die Augen zudem vor altersbedingter Maculadegeneration. Auch wirkt das Provitamin positiv bei gereizten Augen durch das Tragen von Kontaktlinsen oder bei zu trockener Bindehaut. Mit der Nahrung aufgenommenes Betacarotin, intensiviert durch die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren, gilt hier als effektiver, natürlicher Schutz des Auges!

Wofür Betacarotin außerdem im Körper benötigt wird

Neben seiner Bedeutung für das Auge ist Betacarotin an einer Vielzahl weiterer Prozesse beteiligt. Dazu gehören unter anderem der

  • Aufbau und die Regeneration von Haut und Haaren,
  • die Testosteronproduktion und
  • die Fortpflanzung sowie
  • die Steigerung der Abwehrkräfte.

Zudem besitzt es eine wichtige Funktion als Antioxidans. Da Betacarotin freie Radikale abfangen kann, die beispielsweise durch Nikotingenuss, Medikamenteneinnahme oder UV-Strahlung entstehen, ist es ein wichtiger Bestandteil des antioxidativen Abwehrsystems, das oxidativen Stress und Folgeerkrankungen verhindert.

Solchen Krankheitsbildern wie Arteriosklerose, Alzheimer, Rheuma, Krebs oder Parkinson kann dadurch vorgebeugt werden. Betacarotin wird dabei jedoch von weiteren Carotinoiden wie Lutein und Lycopin unterstützt.

Mangelerscheinungen bei Unterversorgung mit Betacarotin

Folgen für das Auge:

Ein Mangel an Betacarotin kann sich durch getrübte Sicht bemerkbar machen. Zudem fördert ein Betacarotin-Mangel das Austrocknen der Bindehaut. Bei anhaltendem Mangel kann es außerdem zu

  • Flecken auf der Bindehaut,
  • zu Augenbrennen oder zu
  • Juckreiz kommen.

In schweren Fällen ist sogar die Netzhautablösung möglich, die eine Erblindung des Betroffenen nach sich zieht. Als erstes Anzeichen für einen Mangel an Betacarotin kann das erschwerte Sehen bei Dunkelheit betrachtet werden. Zeigen sich Anzeichen von Nachtblindheit, sollte bei der persönlichen Ernährung auf eine ausreichende Zufuhr von Betacarotin und Zink geachtet werden.

Folgen für den übrigen Organismus:

Darüber hinaus verringert jeder Mangel an Betacarotin die Widerstandskraft gegen Hauterkrankungen, Infektionen und Schäden an Haaren und Nägeln. Überdies kann ein entsprechender Mangel zu Darmerkrankungen oder Verdauungs- und Resorptionsstörungen führen.

Ein Drittel aller Neuerblindungen bei Kindern in der Dritten Welt sind auf einen Mangel an Vitamin A beziehungsweise Betacarotin zurückzuführen. Gleiches gilt für die hohe Kindersterblichkeit in entsprechenden Regionen. In Europa ist die Gefahr für eine derartige Unterversorgung nicht gegeben.

Beta-Carotin in Nahrungsmitteln

Vitamin A kommt bevorzugt in Nahrungsmitteln wie

  • Leber,
  • Fisch,
  • Eiern,
  • Milch und
  • Milchprodukten

vor. Betacarotin als Provitamin A hingegen ist in nennenswerten Mengen vor allem in grünem, gelbem, orangefarbenem und rotem Obst- und Gemüse zu finden. Hier sind Karotten, Tomaten, Kürbisse, Rote Bete, Paprika, Spinat, Kohl und Brokkoli aber auch Aprikosen, Kirschen, Honigmelonen und Mangos als gute Lieferanten zu nennen. Eidotter und Fisch, beispielsweise Lachs, enthalten nur geringe Mengen an Provitamin A.

Neben seinen natürlichen Quellen wird Betacarotin von der Industrie häufig als Lebensmittelfarbstoff für zahlreiche Nahrungsmittel und Getränke verwendet. Überdies kann Betacarotin mit entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln aufgenommen werden, die Provitamin A in isolierter und synthetischer Form enthalten.

Betacarotin erhalten und nutzbar machen

Betacarotin gehört zu den fettlöslichen Vitaminen. Dem Körper fällt es daher schwer, das enthaltene Betacarotin aus den Pflanzenzellen herauszulösen, wenn Obst oder Gemüse roh und unzubereitet genossen werden. Um dem Körper die Verwertung des Provitamins zu ermöglichen, sollten entsprechende Obst- und Gemüsearten daher vor dem Verzehr mit etwas Fett angereichert und zu Brei oder Saft verarbeitet beziehungsweise gegart werden. Nur dann kann der Organismus das Betacarotin aufnehmen und zu Vitamin A verarbeiten.

Wichtig für den Erhalt des wertvollen Inhaltsstoffes ist auch die richtige Lagerung von betacarotinhaltigem Obst und Gemüse. Direkte Sonneneinstrahlung beispielsweise zerstört das Provitamin A. Obst und Gemüse sollte daher nicht nur kühl, sondern auch dunkel lagern.

Sonstiges über Betacarotin

Betacarotin wirkt wie ein natürlicher Alterungsschutz für die Haut. Darüber hinaus schützt Provitamin A die Haut auch vor der Sonne! Wird Betacarotin regelmäßig und in ausreichender Menge zugeführt, erhöht der Nährstoff den körpereigenen Lichtschutz um das Drei- bis Vierfache. Auch Zellstoffwechsel und Wundheilung der Haut werden von Betacarotin positiv beeinflusst.

Ein Überschuss an Betacarotin ist am Hautbild zu erkennen. Wird nämlich mehr Provitamin A zugeführt als für die Vitamin-Produktion erforderlich ist, so lagert der Körper die nicht benötigen Mengen in der Oberhaut ein, wo sie als leichte Braunfärbung sichtbar werden.

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